Die leckere Kleinstadt

So schmeckt Westfalen: Pumpernickel, Knochenschinken, Käse, Bier & Korn. Das Städtchen Nieheim hat dem kulinarischen Quartett gleich vier Erlebnismuseen gewidmet. Zum Sattsehen. Aber natürlich auch zum Sattwerden.

Nieheim im Kreis Höxter ist einen Tagesausflug wert, mindestens. Der heilklimatische Kurort liegt mitten im Naturpark Eggegebirge/Südlicher Teutoburger Wald. Der mittelalterliche Stadtkern war immer schon nett anzusehen. Doch jetzt, seit knapp einem Jahr, ist Nieheim mit seinem Westfalen Culinarium um eine wohl einmalige Attraktion reicher. Die Lange Straße reiht auf kurzer Strecke vier Museen in sieben Häusern aneinander. Die Straße der Genüsse lädt ein zum Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken rund um die Westfälische Küche.
Für ihre originellen und mit großem Aufwand umgesetzten Ideen haben die Nieheimer gleich im ersten Jahr den Deutschen Tourismuspreis 2006 in der Sparte ?Innovatives Tourismusprodukt? erhalten. Der Rundgang kann zum Beispiel im Westfälischen Schinkenmuseum beginnen, dem Haus, wo es die Eintrittskarten gibt. Hier hängt der Himmel tatsächlich voller Schinken. In Leinenbeutel gehüllt, baumeln sie von der Decke herab.

Ins Fettnäpfchen

Weitere Schinken reifen hinter Glas, am Boden entdeckt der Besucher Näpfchen voller Fett. Ja tatsächlich, daher kommt der Spruch: "Bist mal wieder in jedes Fettnäpfchen getreten." Solche und viele andere Geschichten kennt Theo Reineke, der Geschäftsführer des Westfalen Culinariums. Beim Westfälischen Knochenschinken werden ganze Keulen verarbeitet. Er reift viele Monate. Ein westfälisches Stichwort sagt: "Sowohl das Schwein als auch der Schinken müssen Geburtstag gefeiert haben." Drum schmeckt er auch so herrlich. Im Museum können die großen und kleinen Besucher Schweine zum Grunzen bringen, eine Schweineparade auf dem Laufsteg bewundern und sich von den Schweinen höchstpersönlich erklären lassen, welcher ihrer Körperteile für welchen Schinken verwurstet wird.

Brot und Spiele

Im Westfälischen Brotmuseum treffen die Gäste auf Bäckermeister Ansgar Westerwelle, bekannt für seine Kunst, die ganz und gar nicht brot los ist. Tag für Tag backt er im größten direkt beheizbaren Steinofen Deutschlands Holzofenbrot. Mit Buchenscheiten facht er das Feuer an. Nach etwa drei Stunden zieht er die Glut raus und wedelt mit der Bäckerfahne Asche und Staub aus dem Ofen. Dann die Brotlaibe hinein, eine Dreiviertelstunde später kommt köstliches Holzofenbrot heraus.

Zusammenbrauen

Zum Knochenschinken und dem knusprigen Brot gehört wie das Amen in der Kirche ein lecker Bier. Gesagt, getan. das Westfälische Bier & Schnapsmuseum mit ihrer Brauanlage und deren gewienerten Kesseln, die früher in einer Hausbrauerei bei Kassel ihren Dienst tat, wird hier im Handbetrieb weitergeführt. Braumeister Ulrich Baum braut das würzige, bernsteinfarbene Nieheimer Bürgerbier, ein echt süffiges Stöffchen.

Alles Käse

Der Nieheimer Gold ist klein, rund und eben goldig, ein Sauermilchkäse mit Kümmel. Seit Westfalen Culinarium 1998 gibt es in Nieheim alle zwei Jahre immer am ersten September-wochenende über die ganze Altstadt verstreut den Deutschen Käsemarkt. Die Kleinstadt ist mittlerweile so etwas wie die heimliche Käsehauptstadt Deutschlands. Deshalb heißt dieses Museum nicht einfach nur westfälisches, sondern Deutsches Käsemuseum. Die Dreikäsehochs können durch die Löcher eines riesigen Käses kriechen und im Inneren Filme gucken. Mama und Papa dürfen sich derweil auf den Melkschemel setzen und ihr Talent am naturgetreu nachgebildeten Kuheuter ausprobieren.

Westfalen Culinarium

Lange Straße 12
33039 Nieheim

Infos:
T 0 52 74-9 52 92 41

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 7,50 €
  • Kinder: 2 €

Im Eintritt inbegriffen: je ein Freigetränk, ein Käse am Stiel und ein Erinnerungsgeschenk.

 

Öffnungszeiten:

Mittwoch-Sonntag: 10-19 Uhr Letzter Einlass: Erlebniswelten 17 Uhr
(01.01.-15.03. geschlossen)

© E.ON Westfalen Weser 2009