Begriffe und Regeln
Heinrich-Wilhelm Johannsmann wurde mit Gralshüter Sieger beim Großen Preis von Paderborn im Jahr 2003. Der Weltklassereiter aus Gütersloh trainiert in seinem Hauptberuf die Hengste des nordrhein-westfälischen Landesgestüts Warendorf. "Die Tiere gehören sozusagen dem Steuerzahler", sagt er mit einem Schmunzeln, "und das gefällt den Zuschauern bei Turnieren". Heinrich-Wilhelm Johannsmann erklärt, worauf es beim Springreiten ankommt.
Viele haben schon mal ein Springreiten im Fernsehen verfolgt, ohne die Begriffe und Regeln genau zu kennen. Erklären Sie uns die wichtigsten Sprünge und Hindernisse.
Es fängt mit dem einfachen Steilsprung an. Da springt das Pferd über senkrecht übereinander hängende Elemente - meist sind es Werbefronten - oder Stangen zwischen zwei Ständern. Anspruchsvoller für Pferd und Reiter sind Hochweitsprünge wie Oxer und Triplebarre. Beim Oxer ist das vordere Hindernis wie beim Steilsprung gebaut. Die Sprungweite wird durch eine einzelne, leicht abzuwerfende Stange zwischen zwei Ständern bestimmt. Die Triplebarre ist ein stufenförmig ansteigender Sprung. Beim Publikum beliebt ist der Wassergraben, ein mächtiger Weitsprung, der spektakulär aussieht. Da braucht das Pferd eine gute Flugkurve. Aber erst die Kombination der verschiedenen Hindernisarten in kurzer Sprungfolge macht den Schwierigkeitsgrad eines Parcours aus. Jeder Parcourschef hat da seine eigene Handschrift.
Wie sind die Spielregeln - wer gewinnt?
Für das Abwerfen von Hindernisteilen (Reißen) gibt es vier Strafpunkte. Bleibt das Pferd stehen (Verweigern) drei. Die verlorene Zeit kann der Reiter aber kaum noch aufholen, denn das Überschreiten der erlaubten Zeit kostet pro angefangene Sekunde Strafpunkte Gewonnen hat der Reiter mit der niedrigsten Fehlerzahl, bei Gleichstand entscheidet die Zeit oder ein Stechen.
Mögen Pferde eigentlich den Applaus?
Wenn ein Pferd ein schwieriges Hindernis fehlerfrei überspringt, an dem alle anderen bisher gescheitert sind, dann applaudieren die Zuschauer natürlich begeistert. Danach kann es schon mal passieren, dass das Tier prompt die nächste Stange herunterreißt - ganz einfach, weil es sich schon am Ende des Durchgangs wähnt. Also, lieber erst applaudieren, wenn?s vorbei ist. Während des Umlaufs ist für Pferd und Reiter allerhöchste Konzentration angesagt.
