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Meilenstein für die Entwicklung der Region: Vor 100 Jahren wurde das Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg gegründet

Fürstentum Schaumburg-Lippe und die Städte und Gemeinden der Kreise Bückeburg und Stadthagen bedeutende Gesellschafter

Unter dem Motto „Zukunft hat Herkunft – 100 Jahre Stromversorgung für die Region“ führt E.ON Westfalen Weser in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen durch, die die Meilensteine in der Entwicklung der Energieversorgung und -anwendung in der Region dokumentieren sollen. Hintergrund ist, dass allein zwei Quellunternehmen des heimischen Energiedienstleisters, das Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg (EMR) und die PESAG aus Paderborn vor einem Jahrhundert gegründet wurden. Das dritte Quellunternehmen Wesertal aus Hameln wurde kurz danach, im Jahr 1912, gegründet. Die Gründung von EMR im März 1909 ist ein wesentlicher Meilenstein für die Entwicklung von Energie und Mobilität in der Region und damit für die schnelle wirtschaftliche Entwicklung der Region insgesamt. Mit der Beteiligung des Fürstentums Schaumburg-Lippe und der Kommunen der Kreise Bückeburg und Stadthagen Anfang 1914 bekam das junge Unternehmen die Stabilität und Finanzkraft, um nachhaltig eine moderne und wachsende Energieversorgung aufzubauen.

Fürstentum Schaumburg-Lippe und die Kreise und Kommunen bedeutende EMR-Gesellschafter
Schon der Gründung des EMR gingen jahrelange Verhandlungen voraus. Die Beharrlichkeit der damaligen Landräte der Kreise Herford und Minden, Franz von Borries und Dr. Franz Cornelsen, war schließlich ausschlaggebend für die erfolgreiche Gründung. Allen Widerständen zum Trotz gewann der Grundsatz "einer für alle – alle für einen" die Oberhand, um eine überörtliche Stromversorgung aufzubauen. Auch im Fürstentum Schaumburg-Lippe ging es bald nicht um das „ob“ (aus einer Expertise des Fürstentums: „Abgesehen von einem Weltuntergang wüßte ich nicht, was der Entwicklung der Elektricität ein Ende machen sollte.“), sondern um das „mit wem“. Denkschriften wurden verfasst, Verhandlungen geführt. Soll man ein eigenes Werk aufbauen, zu Wesertal gehen oder „sich dem benachbarten Verband Minden-Ravensberg“ anschließen. Im Februar 1914 war es dann soweit: Der Vertrag zwischen dem Fürstentum Schaumburg Lippe und dem Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg wurde unterzeichnet. In zwölf Paragrafen wurde der Beitritt des neuen Gesellschafters beschrieben.

Bis Ende der 20er Jahre war die vorrangige Aufgabe des EMR, das Netz zuverlässig auszubauen und immer mehr Gemeinden eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Seit 1918 wurde EMR auch auf dem Ausbildungssektor aktiv und stellte die ersten Lehrverträge aus. 1927 stieg EMR mit der Gründung einer Kraftverkehrsabteilung auch in den ÖPNV ein. 1930 übernahm EMR die Herforder Kleinbahn und deren Elektrifizierung. Sie wird bis 1966 in Betrieb bleiben.

Zwischen Lehrküchen und Großkraftwerken
Zwischen 1935 und 1940 richtete EMR Lehrküchen in Stadthagen, Herford, Bünde und Minden ein. 1960 gründeten die Stadtwerke Bielefeld GmbH, Elektrizitätswerk Wesertal GmbH und EMR die INTERARGEM (Interessen- und Arbeitsgemeinschaft). Wenig später setzte die INTERARGEM mit dem auf Steinkohlebasis arbeitenden Gemeinschaftskraftwerk Weser (GKW) in Veltheim ihr erstes Zeichen. Das Kraftwerk Kirchlengern wurde in dieser Zeit zudem auf 169 MW ausgebaut. 1964 wurde im Kraftwerk Kirchlengern Erdgasfeuerung eingeführt. 1965 ging der zweite 100 MW-Block im GKW in Betrieb.

Umspannwerk Stadthagen wichtiger Knotenpunkt
Um den gestiegenen elektrischen Energiebedarf im nördlichen Landkreis Schaumburg sicher zu stellen, wurde 1962 das Umspannwerk Stadthagen gebaut. Mit den Spannungsstufen 110 Kilovolt (kV), 30 kV und 10 kV ist es ein wichtiges Umspannwerk in der Region für die Versorgung der Mittelspannungsnetze.

Beteiligung an Grohnde
Die 70er Jahre der Geschichte des EMR waren durch den Ausbau der technischen Anlagen gekennzeichnet. 1980 ging die neue 160-MW-Gas- und Dampfturbine in Kirchlengern – die seinerzeit weltgrößte Anlage dieser Art – in Betrieb. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war 1984 die Beteiligung von EMR am Gemeinschafts-Kernkraftwerk Grohnde über die INTERARGEM.

In den 90er Jahren intensivierte EMR die Zusammenarbeit mit den Kommunen: Energiedienstleister statt Energieversorger lautet das Unternehmensmotto. 1990 wurden die ersten beiden Beteiligungsge-sellschaften im Nahwärmebereich gegründet.

Zukunfsweisende Projekte
Auch im Landkreis Schaumburg startete EMR zu Beginn der 90er-Jahre seine Aktivitäten im Bereich rationelle und regenerative Energieverwendung: Als Pilotanlage wurde im Bückeburger Bergbad eine Solarabsorberanlage zur Erwärmung des Beckenwassers installiert. Außergewöhnlich war damals die Steuerung unterschiedlicher Temperaturen für drei Schwimmbecken. Einige Jahre später wurde auf dieser Erfahrungsbasis eine weitere Solarabsorberanlage im Freibad in Lindhorst betrieben.

Über die Kreisgrenzen hinaus bekannt ist die Niedrigenergiehaussiedlung Obstanger in Stadthagen. Hier werden Sonnen-, Umwelt- und Erdwärme zur Beheizung der Häuser genutzt. Das im Jahr 2000 realisierte EXPO-Projekt von EMR entstand in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Schaumburg-Lippe und der Sparkasse Schaumburg-Lippe als Erschließungsträger.

Ebenfalls in Stadthagen profitieren die Kunsteisbahn und das Erlebnisbad Tropicana von zukunftsweisender Technik: durch die saisonale Mehrfachnutzung eines Solarabsorbers zur Schwimmbeckenwasser-Erwärmung im Sommer und Kühlung der Eisbahn im Winter sowie durch die Nutzung der beim Kälteprozess anfallenden Abwärme zur Beheizung des Erlebnisbades Tropicana werden nicht nur der Primärenergieverbrauch, sondern auch die CO2 Emissionen deutlich reduziert.

Ganz aktuell hat E.ON Westfalen Weser zusammen mit dem Landkreis Schaumburg und dem Stadthagener Unternehmen Kirchner Engineering Consultants ein Gutachten zur Ermittlung des Geothermiepotentials im Kreis erstellt, dessen Ergebnis in Kürze in einem gesonderten Pressetermin vorgestellt wird.

Stadthagen wichtiger Standort
Auch 100 Jahre nach der Gründung von EMR ist Stadthagen ein bedeutender Standort für eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung in der Region.

In der Enzer Straße in Stadthagen ist die Betriebsstelle beheimatet. Von hier aus werden Inspektionen, Wartungen, Hausanschluss- und Zählermontagen, Instandsetzungen inklusive Störungsbeseitigung und die Bereitschaft geplant und durchgeführt. Zum Aufgabenbereich gehören ebenso die Betreuung der Umspannwerke und die Steuerung dezentraler Aufgaben des Technischen Netzservices.

Aktivitäten „100 Jahre Stromversorgung für die Region“ in der Region
Unter dem Motto „Zukunft hat Herkunft – 100 Jahre Stromversorgung für die Region“ feiert E.ON Westfalen Weser in diesem Jahr das runde Jubiläum der Quellunternehmen PESAG und EMR. Anfang Januar war mit der Gründung der PESAG vor 100 Jahren der Auftakt für zahlreiche Aktivitäten, die das Jubiläumsjahr 2009 - über das ganze Netzgebiet in Ostwestfalen-Lippe und im Weserbergland verteilt - begleiten werden.

An vielen Stellen ist das Jubiläumslogo sichtbar, zum Beispiel auf Briefbögen, auf unseren Fahrzeugen und in der werblichen Darstellung. Bei öffentlichen und eigenen Veranstaltungen wird das Motto kommuniziert und mit einer kleinen Ausstellung begleitet.

Ein Kurzfilm ergänzt die Zeitreise durch 100 Jahre Stromversorgung für die Region. Er dokumentiert die historischen Meilensteine: von den Anfängen der Mobilität und der Elektrifizierung bis hin zu E.ON Westfalen Weser, das sich heute als modernes, zukunftsfähiges und durch seine Herkunft fest in der Region verwurzeltes Energieunternehmen präsentiert. Der Film steht Interessierten im Internet unter www.eon-westfalenweser.com zur Verfügung.


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