Kleine Lebensretter

Bei einem Wohnungsbrand zählt jede Sekunde. Rauchmelder erkennen die Gefahr, bevor es richtig brenzlig wird.

 

In Deutschland sterben jährlich über 600 Menschen durch Feuer, die meisten an Rauchvergiftung. Die Hälfte der Opfer wäre nach Einschätzung der Feuerwehr noch am Leben, hätten sie Rauchmelder in ihrer Wohnung installiert. Weniger als zehn Prozent der Privathaushalte sind hierzulande mit den kleinen Alarmgebern ausgerüstet. Anders in den USA, England und Schweden: Dort sind Rauchmelder in Wohnungen gesetzlich vorgeschrieben und die Zahl der Rauchtoten hat sich seitdem fast halbiert.

Im Schlaf überrascht

"Die Menschen geben so viel für Sicherheit aus, doch die Gefahr, die von Schwelbränden oder offenen Feuern ausgeht, wird meistens unterschätzt", erklärt Heinrich Heggemann, Obermeister der Paderborner Fachinnung für Elektrotechnik. Wie viele seiner Kollegen ist er Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr und weiß, wovor er warnt: "Das Gefährliche bei einem Wohnungsbrand ist nicht das Feuer, sondern der Rauch." Das Einatmen der geruchlosen Brandgase führt rasch zu Bewusstlosigkeit und Tod - vor allem im Schlaf. Rund 70 Prozent aller Brandopfer werden in ihrer Wohnung im Schlaf überrascht.
Kein Zufall ist es daher, dass Feuerwehr und Elektrofachbetriebe gemeinsam vor Ort Aufklärung betreiben und zur Anschaffung von Rauchmeldern raten. Diese warnen zuverlässig mit einem durchdringenden Piepton, wenn rund fünf Prozent Qualm in der Luft sind - bevor es beginnt, brenzlig zu werden. Je früher die Warnung kommt, desto mehr Zeit bleibt zu fliehen und die Feuerwehr zu alarmieren.

Der richtige Platz

Entscheidend für die Sicherheit durch Rauchmelder ist die Installation. Doch die Suche nach dem richtigen Platz für die Alarmgeber in der Wohnung lässt manchen Heimwerker verzagen - oder sich in falscher Sicherheit wiegen. Heinrich Heggemann hat schon vieles erlebt: "Manche legen den Rauchmelder einfach auf den Küchen- oder Schlafzimmerschrank. Dorthin würde der Rauch niemals ziehen." Er und seine Innungskollegen können bei einer Ortsbesichtigung genau bestimmen, wo die Alarmgeber an die Decke gehören. Sie kennen die Wege, die der Rauch im Zimmer nimmt, und sorgen dafür, dass er den Melder schnellstmöglich kreuzt. "Zwei Rauchmelder reichen für eine Vier-Zimmer-Wohnung in der Regel aus," erklärt Heinrich Heggemann. "Der Einbau ist für den Fachmann eine Sache von höchstens einer Stunde ? und garantiert staubfrei", fügt er hinzu.

Funkrauchmelder

Hausbesitzern rät der Innungsobermeister zu Funkrauchmeldern. Diese sind zwar teurer als die Solo-Geräte, haben jedoch einen großen Vorteil: Sie sind über Funk mit anderen Alarmgebern im Gebäude vernetzt. So können selbst entfernte Räume und mehrere Etagen sicher überwacht werden. Heinrich Heggemann: "Wenn im Heizungskeller ein Feuer ausbricht, dann werden die Schlafenden im 1. Stock noch rechtzeitig alarmiert."

© E.ON Westfalen Weser 2009